German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 134
Sonett CXXXIV – 134 Ja, er ist dein, ich sprach es endlich aus, Und ich als Bürge bin in deinem Bann, Laß mich verfallen sein, doch gib heraus Mein andres Ich, daß er mich trösten kann. Du willst es nicht, und er will frei nicht sein, Denn er ist gut und lüstern du entflammt; Als […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 133
Sonett CXXXIII – 133 Verflucht das Herz, das mir das Herz zerschnitt Und Wunden mir und meinem Freund geschlagen! War’s nicht genug, daß ich die Martern litt, Muß er auch deine Sklavenfesseln tragen? Erst nahm mich selbst dein Auge grausam mir, Dann trafst du mich in ihm zum andernmal; Von ihm und mir verlassen wie […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 132
Sonett CXXXII – 132 Ich liebe deine Augen, die mir Armem Mitleid gewähren, wenn mich quält dein Herz, Die, schwarz im Trauerkleide, voll Erbarmen, Voll Liebe schauen meinen großen Schmerz. Denn wahrlich schmückt der Sonne Morgenlicht Des Ostens graue Wangen nicht so gut, So schön verklärt den dunklen Westen nicht Der Abendstern mit seiner vollen […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 131
Sonett CXXXI – 131 So grausam bist du, als käm’ dieses Recht Wie andern dir durch stolze Schönheit zu; Du weißt genau, für deinen armen Knecht, Für mich, der schönste Edelstein bist du! Zwar mancher meint von deinem Angesicht, Nie könn’ es schaffen soviel Liebespein; Und daß er irrt, behaupt’ ich offen nicht, Wenn ich’s […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 130
Sonett CXXX – 130 Der Liebsten Aug’ ist nicht wie Sonnenschein, Nicht wie Korallen rot der Lippen Paar, Gilt Schnee als weiß, muß braun ihr Busen sein, Sind Haare Draht, ist schwarzer Draht ihr Haar. Weiß sind und rot die Rosen an dem Strauch, Doch solche Rosen sind nicht ihre Wangen, Von Wohlgerüchen strömt ein […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 129
Sonett CXXIX – 129 Des Geistes Sturz in unermeßne Schmach, Das ist die Tat der Lust, und bis zur Tat Voll Mord und Meineid, Blut und Ungemach, Wild, maßlos, grausam, roh und voll Verrat; Verachtet schon, wenn eben noch begehrt, Sinnlos gejagt, und endlich, wenn errungen, Sinnlos verflucht, ein Köder, der, verzehrt, Mit Tobsucht jeden […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 128
Sonett CXXVIII – 128 Wie oft, mein Herz, wenn du die Tasten rührst, Daß unter deinen zarten Fingern klingt Beglückt ihr Holz, und alle Saiten führst Zum vollen Einklang, der mein Ohr bezwingt; Wie oft beneide ich die Tasten dann, Die deiner Hand entbieten ihren Kuß, Wenn ich in der Entsagung schwerem Bann Ihr keckes […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 127
Sonett CXXVII – 127 Schwarz galt für schön nicht in der alten Zeit, Und war es schön, ward es nicht so genannt, Doch Schönheit ward durch falsche Schmach entweiht Und Schwarz heut als ihr Erbe anerkannt. Denn seit die Kunst, mit Wahrheit um die Wette, Durch falschen Schein das Schöne ahmte nach, Verblieb der Schönheit […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 126
Sonett CXXVI – 126 O du geliebter Knabe, dessen Hand Der Zeiten Glas und Sichel hält gebannt, Der du empor aus der Vergängnis strebst, Wie andre schwinden, blühend dich erhebst; Wenn die Natur, die Herrscherin der Welt, Wie fort du stürmst, zurück dich immer hält, So möchte sie durch dich die Zeit beschämen Und den […]
German-DEUTSCH: Shakespeares Sonette – 125
Sonett CXXV – 125 Soll gleich dem Baldachin mein Lied nur sein Und einzig deinen äußern Glanz verehren, Zum ew’gen Baue fügen Stein auf Stein, Die kürzer sich als Schutt und Staub bewähren? Sah ich die Schönheitsnarren nicht vergehn In Form und Scheins zu inniger Beachtung. Um süße Kost das schlichte Mahl verschmähn Und elend […]









